Pressemappe „30 Jahre Polizeiruf“

Eine weitere recht interessante Pressemappe ist die aus dem Jahre 2001 zum Jubiläum „30 Jahre Polizeiruf“. Ein 44 Seiten starkes, klebegebundenes, vierfarbiges Heft ist mit folgenden Inhalt gefüllt:

S. 3: Inhalt
S. 4: 30 Jahre Polizeiruf, ein Vorwort von Dr, Jürgen Kellermeier (ARD-Koordinator Fernsehfilm)
S. 6 – 7 Eine deutsch-deutsche Erfolgsgeschichte, von Andrea Guder
S. 8 – 9: Obermaier und Tauber: das Münchner Kripteam
S. 10 – 11: Reeding und Schlosser: das Offenbacher Kripo-Team
S. 12 – 13: Schmücke und Schneider: das Kripo-Team aus Sachsen-Anhalt
S. 14 – 15: Hinrichs und Diekmann: das Schweriner Kripo-Team
S. 16 – 17: Rosenbaum und Krause: das Brandenburger Kripo-Team
S. 18 – 19: Sigi und Kalle: die Landeier aus Volpe
S. 20 – 23: Die Jubiläums-Folge im Ersten: Kurschatten (24. juni 2001)
S. 24 – 25: Tatort Ostdeutschland: 30 Jahre „Polizeiruf 110“ – eine Dokumentation (4. Juni 2001)
S. 26 – 29: Best of: Reihe mit sechs ausgewählten Folgen aus den Jahren 1983 – 1999
S. 30 – 31: Der Fluch der guten Tat (BR, 1. Juli 2001)
S. 32 – 33: Fliegende Holländer (WDR, 19. August 2001)
S. 34 – 35: Braut in Schwarz (ORB, 16. Dezember 2001)
S. 36 – 41: Alle Folgen in der Statistik
S. 42: Folge 1 – 235: Die Kommissare – eine Einsatzliste

Alle nicht aufgeführten Seiten beinhalten ganzseitiges Bildmaterial aus Polizeiruf-Filmen.

Titel Pressemappe "30 Jahre Polizeiruf 110"

Denn sie wissen nicht, was sie tun

Auch wenn die Einschaltquoten mit 2,7 Millionen Zuschauern und 12,1 % Marktanteil nicht gerade gut für einen Polizeiruf Film war möchte ich dies auf den mehr als ungewöhnlichen Sendeplatz der Erstaustrahlung schieben. An einem Sonntag 20:15 Uhr wären wesentlich mehr Zuschauer dabei gewesen, mit Sicherheit. Dieser typische Sonntags-Termin ist halt beim Fernsehzuschauer im Kopf!

Von völligem Zerriss bis zu absoluten Jubelarien hat es ja wieder alles an Beurteilung für diesem Film gegeben, wobei die Presse (außer das Blatt mit den vier Buchstaben) fast einhellig positiv über dies durchaus interessanten Ansatz einer Kombination aus typischen Kriminalfilm und eines Politdramas berichtete.

Für mich war gerade die Spielart dieses Films außergewöhnlich, wie die Atmosphäre des verqualmten Tunnels, sehr lange Gesprächspassagen der Hauptakteure Hanns von Meuffels und des Täters Mahmud Nasiri, welche einen sehr starker Spannungsbogen aufbauten. Die Nebenschauplätze, wie das Verantwortlichkeitsgerangel der politischen und der staatlichen Stellen, was auf einer ganz anderen Ebene stattfand wie das rein menschliche der Polizeibeamten, hat sehr stark zum nachdenken angeregt. Ein kleiner Nebenschauplatz war für mich eines der beeindruckendsten Szenen des ganzen Filmes. Die Kontaktaufnahme mit der Mutter des Täters durch die jungen Polizistin Anna Burnhauser war eine typische Reaktion der breiten Masse auf solch komplizierten Verwebungen der Gewalt. „Ich habe jetzt eine ganz normale Familie (Was ist das eigentlich?) und möchte mit all dem nichts zu tun haben! Dieser Satz an sich hatte schon sehr viel „Sprengstoff“ in der sehr theatralischen Art und Weise seiner Wiedergabe. Zudem wurde dieser nicht weiter kommentiert und moralisch versucht zurechtzurücken. Einfach wunderbar uns sehr nachdenklich dieser Moment. Wie auch die Einstiegsszene des Films mit dem Selbstmord des Kindervergewaltigers, wo einfach alles drin war, nur keine Beurteilung der Situation selber …

Jetzt zu sagen das dieser Film durch seine präsentierte Gewalt gelebt hat wäre sehr kleinkariert, denn er hat von vielen unausgesprochenen und unkommentierten Situationen gelebt, was einfach nicht die Normalität eines deutschen Fernsehkrimis ausmacht. Es kann nur den Kommentar geben: „Leute denkt über das Gesehene nach und bildet euch eure eigene Meinung!“.
Nichts mit Altersbegrenzung … nur weil „Gut“ und „Böse“ nicht ausgesprochen wird soll dieser Film nicht für junge Leute geeignet oder vielleicht weil unsere staatlichen Organe mit der Situation nicht klar gekommen sind? Dafür gibt es aber schon genug reale Beispiele, wie das Film angesprochene Attentat zu den Olympischen Spielen in München oder auch das Chaos zur Loveparade in Duisburg, da brauchen junge Zuschauer nicht unbedingt diesen Film!

Im Übrigen gibt es diesen Film den ganzen Tag, egal zu welcher Uhrzeit, zum Download und als Livestream in der Mediathek. Da wird die ganze Diskussion zur Alterseinstufung eh hinfällig …

Sendetermine 26.9. bis 2.10.11

Mo 26.09.11
22:45-00:00 rbb (58) Tödliche Illusion
Di 27.09.11
21:30-23:00 einsfestival (170) 7 Tage Freiheit
Di 27.09.11
22:50-00:15 mdr (239) Silicon Walli
Mi 28.09.11
00:05-01:35 einsfestival (170) 7 Tage Freiheit
Mi 28.09.11
23:35-01:03 mdr (242) Braut in Schwarz
So 02.10.11
01:05-02:35 hr-fernsehen (55) Schuldig

(322) Denn sie wissen nicht, was sie tun (BR 2011)

Der neue „Polizeiruf 110 – Denn sie wissen nicht, was sie tun“ kann aus Gründen des Jugendschutzes erst ab 22 Uhr gesendet werden. Fernsehdirektor Prof. Gerhard Fuchs folgt damit der dringenden Empfehlung der Jugendschutzbeauftragten des BR, Dr. Sabine Mader. Diese hatte von einer Freigabe ab 12 Jahren abgeraten. Deswegen der etwas ungewohnte Sendeplatz am Freitag um 22:00 Uhr.

Inhalt
Ob das die richtige Entscheidung war nach München als Hauptkommissar zu gehen, denkt sich von Meuffels, als er am Kaffeeautomaten steht. Viele fiese, miese Fälle in dieser Stadt. Der gerade von ihm überführte Kindsvergewaltiger erschießt sich in seinem Büro. Quasi vor seinen Augen! Sein zweiter Fall und dann gleich so was. Ein Alptraum für einen Polizisten. Aber es kommt noch schlimmer für von Meuffels. Auf seinem Weg nach Hause bekommt er Wind von einer Bombendrohung. Keiner seiner Kollegen nimmt es zunächst ernst. Nur von Meuffels. Gott sei Dank! Er überzeugt alle von der drohenden Gefahr. Schnell muss es jetzt gehen. Klug muss auf vielen Ebenen gehandelt werden. Faszinierend, wie nahtlos dann alles funktioniert, denkt von Meuffels. Auf jeden Fall war es die richtige Entscheidung zur Polizei zu gehen. Fast wäre die Gefahr gebannt gewesen Aber es kommt noch schlimmer für von Meuffels. Die Bombeexplodiert trotzdem. Fast neben ihm! Im Tunnel vor dem Fußballstadion. Viele, viele Tote und Verletzte. Seine Assistentin Anna auch? Meuffels kommt wieder zu Bewusstsein. Neben ihm eine Hand, die hilfesuchend nach ihm greift. Meuffels, zum Glück nur leicht verletzt, bleibt und hilft dem verschütteten jungen Mann. Schnell wird klar, dass es eine zweite Bombe geben muss. Anna, wie durch ein Wunder, völlig unversehrt, rast los, um die weitere Katastrophe zu verhindern. Während das gesamte Polizeisystem auf Hochtouren läuft, um heraus zu finden, wo die zweite Bombe ist und ob es sich um einen Terroranschlag handelt oder nur um einen einzelnen verirrten Geist, bleibt Meuffels bei dem Opfer, das ihn nicht mehr loslässt. Der junge Mann wird sterben und Meuffels bleibt, um ihm das Geleit aus dem Leben zu geben. Das ist eine große menschliche Geste von ihm, denn am Schluss kommt alles noch schlimmer für von Meuffels.

Besetzung
Hanns von Meuffels: Matthias Brandt
Anna Burnhauser: Anna Maria Sturm
Mahmud Nasiri: Sebastian Urzendowsky
Silke Mayer: Saskia Vester
Max Unterkofer: Sigi Zimmerschied
PvD Conrad Cassdorf: Rainer Bock
Lukas Broosig: Markus Böker
und viele andere

Stab
Regie: Hans Steinbichler
Buch: Christian Jeltsch
Kamera: Bella Halben
Schnitt: Susanne Hartmann
Casting: Daniela Tolkien
Musik: Hans Wiedemann
Licht: Klaus Kennemann
Ton: Peter Kovarik
Szenenbild: Heike Lange
Kostüm: Caro Sattler
Redaktion BR: Dr. Cornelia Ackers
Produzenten: Jakob Claussen, Uli Putz
Herstellungsleitung: Jens Oberwetter
Produktionsleitung: Sofie Scherz

Text: Bayrischer Rundfunk

Deutsche Erstausstrahlung: 23.09.2011 Das Erste um 22:00 Uhr
nächste Ausstrahlung einsfestival: am 23.09.2011 um 23:30 Uhr

Sendetermine 19. – 25.09.11

Di 20.09.11
21:30-23:00 einsfestival (160) Totes Gleis
Di 20.09.11
22:50-00:10 mdr (140) Ball der einsamen Herzen
Mi 21.09.11
00:10-01:40 einsfestival (160) Totes Gleis
Fr 23.09.11
22:00-23:30 Das Erste (323) Denn sie wissen nicht, was sie tun
Fr 23.09.11
23:30-01:00 einsfestival (323) Denn sie wissen nicht, was sie tun
So 25.09.11
01:10-02:30 hr-fernsehen (49) Die Abrechnung
So 25.09.11
23:10-00:35 3sat (69) Der Teufel hat den Schnaps gemacht

Sendetermine 12. – 18.09.11

Mo 12.09.11
22:45-00:05 rbb (69) Der Teufel hat den Schnaps gemacht
Di 13.09.11
21:30-23:10 einsfestival (157) Blue Dream – Tod im Regen
Di 13.09.11
21:45-23:15 Bayerisches Fernsehen (277) Er sollte tot
Di 13.09.11
22:00-23:30 NDR (316) Feindbild
Di 13.09.11
22:55-00:10 mdr (139) Abgründe
Mi 14.09.11
00:20-02:00 einsfestival (157) Blue Dream – Tod im Regen
Mi 14.09.11
01:15-02:45 arte (245) Tiefe Wunden
Mi 14.09.11
22:10-23:38 mdr (207) Sumpf
Fr 16.09.11
21:45-23:15 Das Erste (298) Wolfsmilch
So 18.09.11
01:10-02:30 hr-fernsehen (74) Der Schweigsame